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Historie - Lebensgarten Steyerberg e.V.

Historie

Die Vorgeschichte des Lebensgartens

1939-1945

1939 wird die Steinsiedlung Steyerberg errichtet. 27 Gebäude, in denen ca. 700 Frauen aus Holland, Belgien und Frankreich untergebracht werden, die für die Rüstungsindustrie in der Pulverfabrik EIBIA arbeiten müssen. Zur umzäunten Siedlung, am Eingang mit Schlagbaum und Wachhaus versehen, gehört auch ein Gemeinschaftshaus in T-Form auf Natursteinfundament, in dem die Lagerführung, die Kantine, die Duschen und der Speisesaal untergebracht sind.

Zwischen Steyerberg und Liebenau befanden sich ein weiteres Steinlager und sechs Barackenlager, in denen insgesamt 4.500 Menschen untergebracht waren, die zwangsweise - teilweise auch freiwillig - im Pulverwerk arbeiteten.

Die Arbeit in der Pulverfabrik war hart, gesundheitsschädlich und gefährlich durch ständige Explosions- und hohe Unfallgefahr. Die ärztliche Versorgung der Arbeiter und Arbeiterinnen war mangelhaft, Ernährung und Kleidung waren unzureichend, die Arbeitswege lang und die Unterbringung in den Barackenlagern notdürftig. Die Folgen waren schwere Gesundheitsschäden besonders der Atmungsorgane, der Leber und des Blutes, Haar- und Hautverfärbungen, chronische Krankheiten und auch Tod. Polnische und sowjetische Arbeitskräfte mußten ein Kennzeichen tragen und waren durch Sonderverbote eingeschränkt.

Nach dem Krieg

Nach dem Krieg ging die Siedlung an die britische Besatzungsmacht über. Im sogenannten HELENA-LAGER waren ab 1946 mehrere Arbeitskompanien zusammengezogen, denen deutsche Kriegsgefangene sowie hier verbliebene Russen, Polen und Jugoslawen angehörten. Das Lager hatte eine deutsche Leitung. 1947 wurde der Zustand der Kriegsgefangenschaft aufgehoben und die Einheit zusammengefasst unter dem Namen GCLO 447 (Deutsche Zivile Arbeits-Organisation), die hauptsächlich Transportarbeiten ausführte. Zeitweise lebten bis zu 400 Männer in den Häusern, insgesamt durchliefen mehr als 2000 Menschen das Lager. Die Anlage bot für die damaligen Verhältnisse modernen Komfort: die große Kantine, die für zwölf warme Mahlzeiten pro Woche sorgte (bestehend aus täglich pro Person 1 Kilogramm Kartoffeln, 230 Gramm Fleisch, 5 Gramm Salz und 500 Gramm Brot), die gemeinschaftlichen Duschanlagen im Hauptgebäude. Dazu war jedes Haus mit einer Toilette ausgestattet, in den Gärten wurde Gemüse gezogen und der große Saal mit seiner modernen Bühneneinrichtung stand für Veranstaltungen zur Verfügung. Für die nach dem Kriege bildungs- und kulturhungrigen Menschen wurde der Saal zum kulturellen Mittelpunkt der gesamten Umgebung. Theaterabende, Konzerte, Kinovorstellungen, Weihnachtsfeste, Maifeiern, Sylvester- und Sommernachtsbälle fanden hier statt. Auch Lehrgänge in Fremdsprachen und Kurzschrift sowie Verkaufsaustellungen ortsansässiger Firmen wurden abgehalten. Neben Arbeit - 46 Stunden in der Woche - und kulturellen Veranstaltungen bestimmte der Sport das Lagerleben. Fußball-, Tischtennis-, Handballmannschaften und Boxer machten sich einen Namen in der weiteren Umgebung.

Im Lager gab es auch eigene ärztliche Betreuung im ehemaligen Lazarett, einen Friseur, eine Bücherei, Werkstätten wie Schneiderei, Schuhmacherei, Maler, Schlosser, Heizer, Reinigungskräfte und Gärtner, sowie eine eigene Schweinemast.

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